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Grußwort zum Festival von Prof. Dr. Dittmar Graf

Evolutionsbiologe, Biologiedidaktiker - Justus-Liebig-Universität Gießen

 »Im Nachgang zum 300. Geburtstag von Karlsruhe will Markus Lüpertz für die Stadt eine Kunstinstallation „Genesis – die 7 Tage des Herrn“ in sieben Haltestellen einer die Ausstellungsorte der Karlsruher Kulturmeile verbindenden U-Bahnlinie gestalten. Es fällt schwer nachzuvollziehen, wieso man meint, mit einer Darstellung der ebenso abgedroschenen wie langweiligen und sachlich falschen Schöpfungsgeschichte die Stadt Karlsruhe künstlerisch aufwerten zu können.
Um wieviel anspruchsvoller und intellektuell befriedigender wäre es, wenn sich Herr Lüpertz oder wer auch immer künstlerisch mit der Evolutionsgeschichte auseinandersetzen würde. Die Präsentation eines solchen Unterfangens wäre eine höchst originelle und tatsächliche Bereicherung der Karlsruher Kulturmeile.
Einen wunderbaren und wichtigen Kontrapunkt zu der rückwärtsgerichteten Kunstinstallation bietet das interdisziplinäre Festival „7 Tage sind nicht genug“ mit einer ganzen Reihe an hochkarätigen Vorträgen, die auch den besonderen Zauber einer naturalistischen Weltsicht zeigen werden. Ergänzt werden die Vorträge durch einen Science Slam und Veranstaltungen zum Evokids-Projekt, das das zentrale Thema „Evolution“ bereits für Grundschüler erschließt. Ich bin mir sicher, dass alle Besucher des Festivals zahlreiche Anregungen und neue Gedanken mitnehmen werden – deutlich mehr jedenfalls als durch die Betrachtung der Installation „Genesis – die 7 Tage des Herrn“ zu erlangen sind!«

Dittmar Graf wurde 1955 in Melbach in der Wetterau geboren. Nach dem Abitur in Friedberg/Hessen studierte er Biologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. 1989 wurde er mit einer biologiedidaktischen Arbeit promoviert. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Gießen und Braunschweig. Von 1989-94 fungierte Graf als stellvertretender Landesvorsitzender für Hessen des Verbands Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO) und bis 2001 als Landesvorsitzender. Seit 1992 ist er Mitherausgeber der didaktischen Zeitschrift "Der mathematische und naturwissenschaftlich Unterricht".

Von 1992 bis 2001 war er Studienrat im Hochschuldienst am Institut für Biologiedidaktik der Universität Gießen. 2001 wurde Graf auf den Lehrstuhl für Biologie und ihre Didaktik an der Universität Dortmund berufen. Dort blieb er bis 2012. Von 2007 bis 2009 war er Vorstandsmitglied der Fachsektion Didaktik der Biologie im VBIO. Seit 2008 ist er Mitglied im Wissenschaftsrat der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. 2012 folgte er einem Ruf an die Justus-Liebig-Universität Gießen und ist seitdem Inhaber des dortigen Lehrstuhls für Biologiedidaktik . Sein besonderes Interesse gilt evolutionsdidaktischen Fragestellung. Er ist beteiligt an dem Projekt "Evokids".